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Produktkonfigurator im Maschinenbau: 3D für Vertrieb, Service und Schulung

Produktkonfigurator im Maschinenbau: wie 3D Vertrieb, Messe, Schulung und Service unterstützt, mit Explosionsansicht, Variantenregeln und CPQ-Anbindung.

Ein Produktkonfigurator im Maschinenbau löst ein altes Problem: Maschinen und Anlagen sind erklärungsbedürftig, variantenreich und meist zu groß, um sie zum Kunden mitzunehmen. Ein 3D-Konfigurator im Browser zeigt die Maschine trotzdem: mit den Modulen, die der Kunde braucht, mit laufender Mechanik, aufgeschnitten oder in ihre Teile zerlegt. Und er sorgt dafür, dass nur Kombinationen angeboten werden, die technisch zusammenpassen.

Dieser Ratgeber zeigt, wo 3D in Vertrieb, Messe, Schulung und Service konkret hilft, wie Variantenregeln funktionieren und wo die Grenze zwischen 3D-Konfigurator und CPQ- oder ERP-System liegt. Als Beispiele dienen drei unserer Demos. Wichtig vorab: Die Produkte in diesen Demos sind fiktiv. Die Zelle, das Getriebe und der Messestand sind eigene Entwürfe; ihre Kennwerte, Regeln und Preise sind Beispielwerte, keine Auslegung, keine Sicherheitsbewertung und kein Angebot.

Fünf Einsatzfelder für 3D im Maschinenbau

1. Vertrieb: Varianten zeigen, statt sie zu beschreiben

Im Vertriebsgespräch ersetzt ein 3D-Modell den dicken Katalog und die Frage „Wie sieht das dann mit Option X aus?“. Der Vertrieb stellt die Variante gemeinsam mit dem Kunden zusammen, sieht Platzbedarf und Anordnung und schickt am Ende einen Link oder eine Konfigurationsnummer statt einer Skizze. Weil das Modell im Browser läuft, braucht der Kunde dafür keine Software und keinen CAD-Viewer.

2. Messe: die Maschine, die nicht auf den Stand passt

Viele Maschinen sind für den Messestand zu groß, zu schwer oder zu teuer im Transport. Ein 3D-Modell auf einem großen Bildschirm oder Tablet zeigt die komplette Baureihe, auch die Variante, die gerade nicht ausgestellt ist. Mit einer Explosionsansicht wird sichtbar, was im Gehäuse steckt, und mit laufender Mechanik, wie sie funktioniert.

3. Schulung: Mechanik verstehen, ohne die Maschine zu öffnen

Für die Einarbeitung von Servicetechnikern, Bedienern oder Vertriebsmitarbeitern ist ein interaktives Modell oft verständlicher als eine Schnittzeichnung. Teile lassen sich ein- und ausblenden, Deckel durchsichtig schalten, Abläufe in Zeitlupe zeigen. Das Modell ist jederzeit verfügbar, auch auf dem Tablet in der Halle.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Stirnradgetriebe

Ein Lehrbuch-Getriebe für Vertrieb und Schulung: Deckel transparent, Explosion, laufender Antrieb mit Übersetzung.

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Unser Stirnradgetriebe ist dafür ein Beispiel: ein fiktives Lehrbuch-Getriebe mit Evolventenverzahnung 12 : 36 (Übersetzung 3 : 1). Der Deckel lässt sich transparent schalten, die Explosion läuft in Montagereihenfolge, Lager, Dichtungen, Sicherungsringe und Schrauben sind einzeln zu sehen, und der Antrieb läuft auf Wunsch in Zeitlupe. Fünf Hinweise erklären die Bauteile direkt am Modell. Kennwerte und Bezeichnungen sind Beispielwerte, kein Datenblatt.

4. Service und Ersatzteil-Orientierung

Wer ein Ersatzteil bestellen will, muss zuerst wissen, wie es heißt. Eine Explosionsansicht, in der man das Teil anklickt und Bezeichnung und Artikelnummer sieht, nimmt dem Kunden und dem Service-Telefon viel Sucharbeit ab. Ein vollständiger 3D-Ersatzteilkatalog mit Bestellfunktion braucht allerdings eine Anbindung an Ihre Ersatzteildaten oder Ihren Shop. Das 3D-Modell ist die Oberfläche; Stammdaten, Verfügbarkeit und Preise kommen aus Ihren Systemen. Wie tief diese Anbindung geht, klären wir je Projekt.

Hilfreich ist auch eine Serviceansicht: Verschleißteile hervorheben, Wartungsintervalle am Bauteil zeigen, die Reihenfolge eines Teiletauschs Schritt für Schritt animieren.

5. Technische Dokumentation

Anleitungen und Montageschritte werden mit 3D-Ansichten oft verständlicher. Für Maschinen gilt künftig die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 verbindlich gilt (Stand: Oktober 2026) und regelt, unter welchen Bedingungen Betriebsanleitung und Konformitätserklärung in digitaler Form bereitgestellt werden dürfen [1][2]. Ein 3D-Modell kann eine digitale Anleitung ergänzen. Es ersetzt aber nicht die rechtlich geforderten Inhalte und ist keine Risikobeurteilung; was in Ihre Betriebsanleitung gehört, bleibt Aufgabe Ihrer Dokumentation.

Variantenregeln: nur gültige Maschinen konfigurieren

Der Kern eines Maschinen-Konfigurators sind Regeln. Sie verhindern, dass jemand eine Kombination zusammenstellt, die es nicht geben kann. Typische Regeltypen:

  • Abhängigkeiten: Option B nur mit Option A (zum Beispiel ein Roboter nur mit Schutzzaun).
  • Ausschlüsse: Option C nie zusammen mit Option D.
  • Wertebereiche: Maße oder Höhen nur innerhalb von Grenzen, mit Warnung außerhalb.
  • Geometrische Prüfungen: Passt die Anlage in die Halle? Bleiben Wartungs- und Türschwenkflächen frei?
  • Abgeleitete Werte: Stückliste, Fläche, Anschlusswerte oder Taktzeit ergeben sich aus der Auswahl.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Modulare Automationszelle

Eine fiktive Fertigungszelle mit Modulen, Roboter und Schutzkabine: Regeln, Aufstellung in der Halle, laufender Prozess und Stückliste mit Beispielpreis.

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Unsere modulare Automationszelle zeigt, wie solche Regeln im 3D aussehen. Laser-, Schraub- und Prüfmodul lassen sich in drei Steckplätze setzen. Der Roboter ist nur mit Zaun und Lichtvorhang wählbar, Laser und Kamera nur in der Kabine. Die Bandhöhe ist zwischen 800 und 1.000 mm einstellbar; Rahmen und Stellfüße passen sich an, außerhalb des Bereichs erscheint eine Warnung. In der Hallenansicht lässt sich die Zelle verschieben, Wartungs- und Türschwenkflächen werden auf Kollision geprüft. Ein laufender Prozess zeigt Transfer, Laser, Schrauber, Kamera und Roboter in Aktion, eine Schnitt- und Serviceansicht hebt Verschleißteile mit Intervallen hervor, und am Ende steht eine Stückliste mit Artikelnummern, Beispielpreisen, Taktzeit, Leistung und Stellfläche.

Auch hier gilt: Die Zelle ist fiktiv. Regeln, Abstands- und Kollisionsprüfung sind vereinfacht, die Preise Beispielwerte. Das ist keine Sicherheitsbewertung und keine Risikobeurteilung. In einem echten Projekt kommen die Regeln aus Ihrer Konstruktion und Ihrem Produktmanagement; wir setzen sie im Konfigurator um und machen sie im Modell sichtbar.

Wo die Regeln leben sollten

Bei wenigen, stabilen Regeln können sie direkt im Konfigurator stehen. Sobald es viele Regeln gibt, die sich häufig ändern oder auch in Angebot und Fertigung gelten, gehören sie in eine führende Quelle: eine Regeltabelle, die Ihr Team pflegt, oder Ihr bestehendes Variantenmanagement. Der 3D-Konfigurator liest sie von dort. Zwei Regelwerke, die auseinanderlaufen, sind der häufigste Grund, warum Konfiguratoren im Alltag ihr Vertrauen verlieren.

3D-Konfigurator, CPQ und ERP: wer macht was?

Im Maschinenbau gibt es oft schon Systeme, die Angebote kalkulieren (CPQ: Configure, Price, Quote) und Aufträge abwickeln (ERP). Ein 3D-Konfigurator ersetzt sie nicht. Eine sinnvolle Arbeitsteilung:

Aufgabe3D-KonfiguratorCPQ / ERP
Variante sichtbar machen, erklären, vergleichen✔–
Regeln im Modell zeigen (Warnungen, gesperrte Optionen)✔Regeln oft dort gepflegt
Verbindliche Preise, Rabatte, KalkulationAnzeige✔
Angebot, Auftrag, FertigungsstücklisteÜbergabe✔
Stammdaten, Artikelnummern, Verfügbarkeitliest sie✔

Wir verstehen uns als 3D-Front-End: Wir bauen die Ansicht, die Interaktion und die Regeln, die der Kunde sieht. Die Übergabe an Ihre Systeme kann einfach sein, etwa eine Anfrage mit Konfigurationsnummer und Stückliste als CSV oder JSON, oder tiefer, über eine Schnittstelle Ihres CPQ- oder ERP-Systems. Eine solche Integration ist kein Standard, sondern hängt von Ihren Systemen und deren Schnittstellen ab; wir bewerten sie vor dem Start. Dasselbe gilt für einen CAD-Export der konfigurierten Variante.

Messe- und Raumplanung als Sonderfall

Nicht nur Maschinen, auch Anlagen und Flächen lassen sich konfigurieren. Unser Messestand-Planer ist ein Beispiel für einen Konfigurator, bei dem der Raum das Produkt ist: Standtyp und Größe im Hallenraster wählen, Module setzen, die eigene Marke live auf die Wände bringen, mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste. Für Maschinenbauer ist das Prinzip übertragbar auf Aufstellungsplanung: Wie steht die Anlage in der Halle, wo laufen Wege, wo braucht der Service Platz? Ausprobieren können Sie den Planer unter EXPO GRID.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Messestand-Planer EXPO GRID

Einen Systemstand im Hallenraster planen: Standtyp und Größe wählen, Module setzen, die Marke live auf die Wände bringen – mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste.

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Auch der Messestand ist fiktiv; Fläche, Stückliste und Preise sind Beispielwerte, kein Angebot und keine Standgenehmigung.

Woher das 3D-Modell kommt

Im Maschinenbau gibt es fast immer CAD-Daten. Das ist ein Vorteil, aber kein fertiges Web-Modell: Eine Baugruppe mit tausenden Teilen muss ausgedünnt, tesselliert, mit Materialien versehen und komprimiert werden, und vertrauliche Innenteile bleiben draußen. Wie das abläuft und was Sie uns schicken sollten, beschreibt der Ratgeber Aus CAD-Daten zum Web-3D-Modell. Technische Grundlage im Browser ist WebGL [3], als Austauschformat für das fertige Modell nutzen wir glTF/GLB, den offenen Standard der Khronos Group [4].

Zur Leistung unserer Demos, als Labormessung (Desktop-Chrome auf einem MacBook mit emuliertem Smartphone, CPU vierfach gedrosselt, Grafikkarte ungedrosselt; Oktober 2026): Die 3D-Ansicht der Automationszelle startete nach dem Klick in rund 0,85 Sekunden, die des Getriebes in rund einer Sekunde; beim Drehen hielten beide in der Emulation 60 Bilder pro Sekunde. Auf echten Tablets und Handys ist das nicht gemessen. In einem Projekt prüfen Sie die Ansicht über einen privaten Link auf Ihren eigenen Geräten, auch auf der Hardware, die in Halle oder Messe zum Einsatz kommt.

So starten Sie

  1. Einsatz festlegen: Vertrieb, Messe, Schulung, Service – oder mehrere? Das bestimmt, ob Regeln, Explosionsansicht oder Serviceansicht im Vordergrund stehen.
  2. Varianten und Regeln sammeln: Welche Optionen gibt es, welche schließen sich aus, wo liegt die führende Quelle?
  3. Daten prüfen: CAD-Baugruppe, Fotos, Materialangaben; was ist vertraulich?
  4. Übergabe klären: Reicht eine Anfrage mit Stückliste, oder braucht es eine Schnittstelle zu CPQ oder ERP?
  5. Mit einem Produkt beginnen: Eine Baureihe sauber umgesetzt ist mehr wert als zehn halb fertige.

Was das kostet, beschreibt der Ratgeber Was kostet ein 3D-Konfigurator?, den Ablauf Schritt für Schritt Produktkonfigurator erstellen. Alle Branchenbeispiele finden Sie unter Beispiele, unsere Leistungen unter Leistungen und den Einstieg in Konfiguratoren unter 3D-Konfigurator.

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen 3D-Konfigurator von einem CPQ-System?

Ein CPQ-System kalkuliert verbindliche Preise und erstellt Angebote. Ein 3D-Konfigurator macht die Variante sichtbar und verständlich und zeigt Regeln direkt am Modell. Im Maschinenbau ergänzen sich beide: Der 3D-Konfigurator ist die Oberfläche, das CPQ- oder ERP-System bleibt die führende Quelle für Preise und Aufträge.

Können wir unsere vorhandenen CAD-Daten nutzen?

In den meisten Fällen ja, als Ausgangspunkt. Aus der CAD-Baugruppe entsteht ein vereinfachtes, komprimiertes Web-Modell ohne vertrauliche Innenteile. Wir prüfen die Daten vor dem Start und sagen, ob der CAD-Weg oder ein Neuaufbau sinnvoller ist.

Eignet sich ein 3D-Konfigurator als Ersatzteilkatalog?

Für die Orientierung sehr gut: Teil anklicken, Bezeichnung und Artikelnummer sehen. Ein Katalog mit Bestellung, Verfügbarkeit und Preisen braucht zusätzlich eine Anbindung an Ihre Ersatzteildaten oder Ihren Shop, die je Projekt geplant wird.

Läuft das auch auf Tablets in der Halle oder auf der Messe?

Die Ansicht läuft im Browser mit WebGL, ohne Installation [3]. Unsere Demos haben wir bisher nur in Labormessungen mit emulierten Mobilgeräten geprüft, nicht auf echten Tablets. Im Projekt testen Sie über einen privaten Link auf den Geräten, die Sie tatsächlich einsetzen wollen.

Ersetzt ein 3D-Modell die Betriebsanleitung?

Nein. Die EU-Maschinenverordnung lässt Betriebsanleitungen ab dem 20. Januar 2027 unter Bedingungen zwar in digitaler Form zu [1][2], die geforderten Inhalte bleiben aber Aufgabe Ihrer technischen Dokumentation. Ein 3D-Modell kann Anleitungen anschaulicher machen, etwa bei Montage- oder Wartungsschritten.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen (EUR-Lex). https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1230/oj
  2. Europäische Kommission: Machinery (Überblick zur Maschinenverordnung). https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/mechanical-engineering/machinery_en
  3. MDN Web Docs: WebGL API. https://developer.mozilla.org/de/docs/Web/API/WebGL_API
  4. Khronos Group: glTF – Runtime 3D Asset Delivery. https://www.khronos.org/gltf/

Beispiele zum Ausprobieren

Eigene Demo · fiktives Produkt

Modulare Automationszelle

Eine fiktive Fertigungszelle mit Modulen, Roboter und Schutzkabine: Regeln, Aufstellung in der Halle, laufender Prozess und Stückliste mit Beispielpreis.

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Eigene Demo · fiktives Produkt

Stirnradgetriebe

Ein Lehrbuch-Getriebe für Vertrieb und Schulung: Deckel transparent, Explosion, laufender Antrieb mit Übersetzung.

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Eigene Demo · fiktives Produkt

Messestand-Planer EXPO GRID

Einen Systemstand im Hallenraster planen: Standtyp und Größe wählen, Module setzen, die Marke live auf die Wände bringen – mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste.

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