Grundlagen

Was ist ein Produktkonfigurator? Definition, 2D vs. 3D vs. CPQ und Beispiele

Was ist ein Produktkonfigurator? Definition, Unterschied zwischen 2D, 3D und CPQ, Beispiele nach Branche und was es für Hersteller bedeutet.

Definition: Ein Produktkonfigurator ist eine Software, mit der Kunden oder Vertriebsmitarbeiter ein Produkt aus vorgegebenen Optionen zusammenstellen. Regeln sorgen dafür, dass nur gültige Varianten entstehen; am Ende steht ein Ergebnis wie ein Warenkorb, eine Anfrage, ein Angebot oder eine Stückliste. Ein 3D-Produktkonfigurator zeigt jede Auswahl zusätzlich sofort an einem dreidimensionalen Modell im Browser.

Die deutschsprachige Wikipedia beschreibt Produktkonfiguratoren als Computerprogramme, mit denen die Spezifikation von Produkten kundenindividuell für Angebote, Bestellungen oder Aufträge erzeugt werden kann, für Konsumgüter ebenso wie für Investitionsgüter [1]. Was das in der Praxis bedeutet, welche Arten es gibt und für wen sich welche Form lohnt, erklärt dieser Artikel.

Die vier Bausteine jedes Produktkonfigurators

Egal ob Ring, Sofa oder Fertigungszelle: Jeder Konfigurator besteht aus denselben vier Teilen.

  1. Optionen: die wählbaren Merkmale und ihre Ausprägungen, etwa Material, Farbe, Größe, Zubehör.
  2. Regeln: Abhängigkeiten und Ausschlüsse. „Option B nur mit Option A“, „Breite 3 bis 7 m“, „dieses Zubehör nicht mit jenem Modell“.
  3. Darstellung: wie der Kunde seine Auswahl sieht – als Liste, als Bild oder als 3D-Modell.
  4. Ergebnis: was am Ende herauskommt – ein Warenkorb, eine Anfrage an den Vertrieb, ein Angebot, eine Stückliste.

Die Arten von Konfiguratoren unterscheiden sich vor allem bei Baustein 3 und 4.

Im Sprachgebrauch begegnen Ihnen dafür mehrere Begriffe: Konfigurator, Variantenkonfigurator, Online-Konfigurator oder Produktkonfigurator. Wikipedia weist darauf hin, dass „Konfigurator“ und „Variantenkonfigurator“ oft synonym verwendet werden [1]. Entscheidend ist weniger der Name als die Frage, wer ihn nutzt und was am Ende herauskommen soll. Ein Online-Konfigurator im Shop für Endkunden stellt andere Anforderungen als ein Vertriebswerkzeug, das Ingenieure beim Angebot unterstützt: Der eine muss ohne Erklärung verständlich sein, der andere vor allem technisch vollständig.

2D-Konfigurator, 3D-Konfigurator und CPQ im Vergleich

2D-Konfigurator3D-KonfiguratorCPQ-System
DarstellungBilder oder übereinandergelegte Ebenen je Varianteein Modell, das sich live im Browser ändertoft Formular und Tabelle, 3D optional
Blickwinkelnur die fotografierten oder gerendertenfrei drehbar, zoombar, Details per Klick–
Variantenjede sichtbare Variante braucht Bilderentstehen aus Modell und Materialienim Regelwerk
Stärkeeinfach, schnell, wenige Variantenviele Varianten, Erklärung, MaßePreis und Angebot im Vertrieb
Typischer NutzerEndkunde im ShopEndkunde, Händler, VertriebVertrieb, Innendienst

2D-Konfiguratoren

Ein 2D-Konfigurator tauscht Bilder aus. Wählt der Kunde eine andere Farbe, erscheint ein anderes Foto oder eine andere Bildebene. Das ist robust und günstig, solange es wenige Varianten gibt. Bei vielen Kombinationen wächst die Zahl der benötigten Bilder schnell: Schon drei Merkmale mit je fünf Ausprägungen ergeben 125 Kombinationen – pro Blickwinkel.

3D-Konfiguratoren

Ein 3D-Konfigurator zeigt ein echtes dreidimensionales Modell, das im Browser in Echtzeit gezeichnet wird. Technisch geschieht das meist über WebGL, eine Browser-Schnittstelle für interaktive 3D-Grafik, die ohne Plugin auskommt [2]. Die Modelle werden häufig im offenen Format glTF beziehungsweise dessen binärer Form GLB ausgeliefert, das die Khronos Group als Standard für die effiziente Übertragung von 3D-Szenen pflegt [3].

Der Vorteil: Varianten entstehen aus dem Modell, nicht aus Fotos. Der Kunde kann das Produkt von allen Seiten betrachten, Details anklicken und sieht Maße oder Bauteile, die auf keinem Foto erscheinen. Ein 3D-Konfigurator kann auch erklären: Teile auseinanderziehen (Explosionsansicht), Mechanik laufen lassen, einen Schnitt zeigen.

Eine Vorstufe ist die reine 3D-Produktansicht: drehen, zoomen, vielleicht Farben wechseln, aber ohne Regeln. Für viele Produkte reicht das bereits.

CPQ-Systeme

CPQ steht für „Configure, Price, Quote“ – Software, die Vertriebsteams beim Angebot komplexer und konfigurierbarer Produkte unterstützt [4]. Der Schwerpunkt liegt auf Regeln, Preisberechnung und Angebotsdokument, oft mit Anbindung an ERP und CRM. Ein CPQ-System kann eine 3D-Darstellung enthalten oder mit einem separaten 3D-Konfigurator verbunden werden; die Rollen sind dann klar getrennt: Das CPQ rechnet, das 3D zeigt.

Wo die Grenzen verlaufen und welche Software-Kategorien es gibt, steht ausführlich im Artikel 3D-Konfigurator: Software oder individuell?.

Beispiele nach Branche

Die folgenden Beispiele sind Demos aus unserer eigenen Galerie. Alle Produkte sind fiktiv und mit eigener Geometrie gebaut; Preise, Reichweiten oder Messwerte darin sind Beispielwerte. Sie zeigen, was ein Konfigurator in der jeweiligen Branche leisten kann – nicht, was ein bestimmter Kunde damit erreicht hat.

Schmuck und Accessoires

Bei Schmuck entscheiden Material, Stein und Personalisierung. Unser Ring-Demo lässt Metall, Oberfläche, Stein, Karat, Fassung, Ringgröße und eine Gravur mit eigenem Text wählen. Der Brillant mit 57 Facetten wird live berechnet, damit das Licht im Stein glaubwürdig bricht.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Solitär-Ring

Ein Verlobungsring mit Fassung, Stein und Gravur – in Metall, Stein und Größe frei wählbar.

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Möbel und Einrichtung

Modulare Möbel haben schnell tausende Varianten. Unser Modulsofa-Demo geht einen Schritt weiter als die reine Optionswahl: Der Kunde gibt Raumbreite, Raumtiefe und Türbreite ein, und der Konfigurator prüft vereinfacht, ob das Sofa passt, ob der Gang frei bleibt und ob die Module durch die Tür geliefert werden können. Der Grundriss zeigt alle Maße.

Maschinen und Industrie

Im Maschinenbau sind Regeln der Kern. Unsere fiktive Automationszelle kombiniert Module in drei Steckplätzen mit Regeln (Roboter nur mit Schutzzaun und Lichtvorhang), prüft die Aufstellung in der Halle auf Kollisionen mit Wartungs- und Türschwenkflächen und erzeugt eine Stückliste mit Artikelnummern. Die Prüfungen sind vereinfacht und ersetzen keine Sicherheitsbewertung. Was 3D im Maschinenbau für Vertrieb, Service und Schulung leisten kann, beschreibt der Artikel Produktkonfigurator im Maschinenbau.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Modulare Automationszelle

Eine fiktive Fertigungszelle mit Modulen, Roboter und Schutzkabine: Regeln, Aufstellung in der Halle, laufender Prozess und Stückliste mit Beispielpreis.

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Messe und Events

Ein Messestand wird lange vor dem Aufbau verkauft. Unser Planer EXPO GRID setzt einen Systemstand ins Hallenraster: Standtyp und Größe wählen, Module platzieren, Markenname und Logo live auf die Wände bringen – mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste.

Eigene Demo · fiktives Produkt

Messestand-Planer EXPO GRID

Einen Systemstand im Hallenraster planen: Standtyp und Größe wählen, Module setzen, die Marke live auf die Wände bringen – mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste.

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Bau und Outdoor: ein echtes Kundenprojekt

Das einzige Kundenprojekt, das wir öffentlich zeigen, stammt aus dieser Branche. ALUXIL fertigt Terrassenüberdachungen und Carports aus Aluminium und verkauft sie über aluxil.de. Seit dem 16. September 2026 zeigt jede Produktseite das System in 3D: drei Systeme, 152 Kombinationen aus Größe, Konsole, Eindeckung und Farbe. Das Modell folgt der Auswahl in der Kaufbox, erklärt Aufbau und Wasserweg und dient zugleich als Grundlage für die Konfigurationsbilder in der Produktgalerie. Zu Ergebnissen bei Anfragen oder Verkäufen veröffentlichen wir noch keine Zahlen, weil der Zeitraum dafür zu kurz ist. Mehr in der Fallstudie.

Was ein Produktkonfigurator für Hersteller bedeutet

Für Hersteller ist ein Konfigurator vor allem ein Werkzeug, um Wissen in Regeln zu übersetzen. Was bisher der Außendienst oder der Innendienst im Kopf hatte, wird verbindlich aufgeschrieben – und damit für Händler, Kunden und neue Mitarbeiter verfügbar.

  • Weniger Rückfragen zu Varianten: Wenn nur gültige Kombinationen wählbar sind, lassen sich unmögliche Varianten gar nicht erst anfragen.
  • Vollständige Anfragen: Die Konfiguration enthält alle Merkmale, die der Vertrieb für ein Angebot braucht.
  • Erklärung statt Katalog: Aufbau, Funktion und Maße lassen sich am Modell zeigen, für Vertrieb, Service und Schulung.
  • Ein Modell, mehrere Kanäle: Das gleiche 3D-Modell kann auf der eigenen Website, bei Händlern und auf der Messe laufen und Bilder für Katalog und Shop liefern.

Die Voraussetzung ist ehrlich gesagt die schwierigste: Produktdaten und Regeln müssen vollständig und an einer Stelle gepflegt sein. Wie man dabei vorgeht, beschreibt der Artikel Produktkonfigurator erstellen.

Was ein Produktkonfigurator für Händler bedeutet

Für Händler und Onlineshops steht der Kunde im Mittelpunkt: Er soll sehen, was er bekommt, bevor er kauft.

  • Unsicherheit verringern: Gerade bei teuren, erklärungsbedürftigen oder individuell gefertigten Produkten hilft es, die eigene Variante zu sehen. Eine im Journal of Marketing veröffentlichte Studie zu Augmented Reality im Handel fand insgesamt einen kleinen Effekt auf die Verkäufe, der bei weniger populären Marken und Produkten sowie bei teureren Artikeln stärker war; am wirksamsten war AR laut den Autoren, wenn die Unsicherheit über das Produkt hoch ist [5]. Die Studie betrifft AR, nicht 3D-Konfiguratoren allgemein, zeigt aber, wo Visualisierung am meisten bringen dürfte.
  • Variantenvielfalt ohne Fotoshooting: Bilder für jede Variante lassen sich aus dem Modell erzeugen.
  • Integration in den Shop: Die Konfiguration muss als Variante oder Positionsdetail im Warenkorb ankommen, damit Bestellung und Anzeige übereinstimmen. Wie das bei Shopify funktioniert, beschreibt der Artikel 3D-Konfigurator für Shopify.
  • Ladezeit im Blick behalten: Ein 3D-Modell darf die Produktseite nicht verlangsamen; Maßstab sind Googles Core Web Vitals [6]. Bewährt hat sich, das 3D erst zu laden, wenn der Besucher es öffnet (Details im Ratgeber 3D-Modell in die Website einbinden).

Anforderungen an einen guten Produktkonfigurator

Unabhängig von Branche und Technik lohnt es sich, einen Konfigurator an diesen Punkten zu messen:

  1. Richtig: Jede wählbare Kombination ist herstellbar, jeder angezeigte Preis stimmt.
  2. Verständlich: Optionen folgen der Kaufentscheidung, Fachbegriffe werden erklärt.
  3. Schnell: Die Seite lädt zügig, das 3D startet ohne lange Wartezeit, auch auf dem Smartphone.
  4. Mobil bedienbar: Drehen, Zoomen und Scrollen der Seite funktionieren mit dem Finger.
  5. Pflegbar: Neue Farben oder Maße lassen sich ohne Neubau ergänzen.
  6. Datensparsam: Klar ist, welche Dateien von welchem Server kommen und ob Cookies gesetzt werden.

Was ein Konfigurator kostet, der diese Anforderungen erfüllt, hängt vom Umfang ab; die Kostentreiber erklärt der Artikel Was kostet ein 3D-Konfigurator?. Unsere Leistungen von der Produktansicht bis zum Konfigurator finden Sie unter Leistungen und auf der Seite 3D-Konfigurator.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Produktkonfigurator und einem 3D-Konfigurator?

Ein Produktkonfigurator ist der Oberbegriff für jede Software, mit der sich Produkte aus Optionen nach Regeln zusammenstellen lassen. Ein 3D-Konfigurator ist eine Form davon, bei der jede Auswahl sofort an einem dreidimensionalen Modell im Browser sichtbar wird.

Was ist der Unterschied zwischen einem Produktkonfigurator und CPQ?

CPQ-Systeme („Configure, Price, Quote“) sind auf den Vertrieb ausgerichtet: Regeln, Preisberechnung und Angebot, oft mit ERP-Anbindung. Ein Produktkonfigurator im Shop richtet sich häufig direkt an Endkunden. Beide können kombiniert werden: Das CPQ rechnet, der 3D-Konfigurator zeigt.

Für welche Produkte lohnt sich ein 3D-Konfigurator?

Vor allem für Produkte mit vielen Varianten, hohem Preis oder großem Erklärungsbedarf: Möbel, Schmuck, Bau- und Outdoor-Systeme, Maschinen, Leuchten, Fahrzeuge und Zubehör. Bei wenigen, einfachen Varianten reichen oft gute Fotos oder eine 2D-Lösung.

Braucht ein 3D-Konfigurator eine App?

Nein. Moderne 3D-Konfiguratoren laufen über WebGL direkt im Browser auf Desktop, Tablet und Smartphone, ohne Plugin oder Installation [2].

Quellen

  1. Wikipedia: Produktkonfigurator. https://de.wikipedia.org/wiki/Produktkonfigurator
  2. MDN Web Docs: WebGL API. https://developer.mozilla.org/en-US/docs/Web/API/WebGL_API
  3. Khronos Group: glTF – Runtime 3D Asset Delivery. https://www.khronos.org/gltf/
  4. Wikipedia: Configure, price and quote. https://en.wikipedia.org/wiki/Configure,_price_and_quote
  5. American Marketing Association: Pressemitteilung vom 20.04.2021 zur Studie „Augmented Reality in Retail and Its Impact on Sales“ (Tan, Chandukala, Reddy; Journal of Marketing). https://www.ama.org/press-releases/press-release-from-the-journal-of-marketing-augmented-reality-in-retail-and-its-impact-on-sales/
  6. web.dev: Web Vitals. https://web.dev/articles/vitals

Beispiele zum Ausprobieren

Eigene Demo · fiktives Produkt

Solitär-Ring

Ein Verlobungsring mit Fassung, Stein und Gravur – in Metall, Stein und Größe frei wählbar.

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Eigene Demo · fiktives Produkt

Modulare Automationszelle

Eine fiktive Fertigungszelle mit Modulen, Roboter und Schutzkabine: Regeln, Aufstellung in der Halle, laufender Prozess und Stückliste mit Beispielpreis.

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Eigene Demo · fiktives Produkt

Messestand-Planer EXPO GRID

Einen Systemstand im Hallenraster planen: Standtyp und Größe wählen, Module setzen, die Marke live auf die Wände bringen – mit Fläche, Beispielpreis pro m² und Stückliste.

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